Projektmanagement-Phasen gliedern den Projektlebenszyklus in zumeist 5 Zeitabschnitte: 1. Initialisierung, 2. Planung, 3. Durchführung, 4. Überwachung und 5. Abschluss. Es gibt branchenabhängig aber auch Modelle mit mehr oder weniger Phasen.
Diese Strukturierung verbessert die Übersichtlichkeit und etabliert feste Ausstiegspunkte für den Fall sich abzeichnender mangelnder Rentabilität. So trägt sie dazu bei, Projekte effektiv und effizient durchzuführen.
Stand: Juli 2026. Im Projektmanagement strukturiert man während der Projektplanung das Projekt in Projektphasen. Damit lassen sich Risiken besser beherrschen, Projekte besser steuern und die Einbindung eines Projekts in aktuelle Abläufe der durchführenden Organisation lässt sich einfacher realisieren. Diese Projektmanagement-Phasen werden zusammenfassend als Projektlebenszyklus bezeichnet. Ihr Ende ist zumeist durch einen Meilenstein repräsentiert und geht mit der Lieferung typischer Arbeitsergebnisse (Produkte) einher. Sie markieren gleichzeitig wichtige Projektentscheidungspunkte.
Die Nutzung von Phasen als Projektmanagement-Methode ist nicht auf das klassische Wasserfall-Modell beschränkt. Im agilen Projektmanagement kann man z.B. die Iterationen als relativ kurze Phasen verstehen, die bis zur Fertigstellung eines Produkts zyklisch durchlaufen werden.
Die 5 Phasen des Projektmanagement-Prozesses
Der 5 Phasen Projektlebenszyklus ist als Textbuchbeispiel weit verbreitet. Aufgrund seines allgemeinen Charakters eignet er sich aber auch gut als Ausgangspunkt zur Definition mehr spezifischer Projektmanagement-Prozesse. Ein Projekt ist dabei klar von einem laufenden Prozess abzugrenzen.

Die folgende Tabelle fasst zusammen, was jede Phase leistet und woran ihr Ende erkennbar ist. Die Details samt Eingangs- und Ausgangsprodukten stehen in den Abschnitten darunter.
| Phase | Zweck | Zentrales Ergebnis | Meilenstein am Phasenende |
|---|---|---|---|
| 1. Initialisierung | Klären, ob das Projekt lohnt und machbar ist | Projekthandbuch, Business Case, Projektauftrag | Projekt freigegeben |
| 2. Planung | Den Weg zum Ziel durchplanen | Projektplan, QM-Plan, aktualisiertes Lösungskonzept | Planung genehmigt |
| 3. Durchführung | Die geplanten Arbeitspakete umsetzen | Systementwurf, Durchführungsprodukte | Leistung fertiggestellt |
| 4. Überwachung | Abweichungen erkennen und gegensteuern | Projektstatusbericht, QS-Bericht | läuft parallel zu Phase 3 |
| 5. Abschluss | Abnehmen, übergeben, auswerten | Abnahmeprotokoll, Projektabschlussbericht | Projekt abgenommen |
Ein Hinweis zu Phase 4: Überwachung ist keine Phase, die nach der Durchführung beginnt, sondern läuft über die gesamte Umsetzung mit. Viele Darstellungen zeichnen sie deshalb als Band unter den übrigen Phasen statt als Kästchen dahinter.
1. Phase im Projektmanagement: Initialisierung
In der Initialisierungsphase wird die Grundlage des Projekts gelegt. Die Projektorganisation wird aufgestellt. auf einem Projektvorschlag oder einer Projektidee werden die Ziele des Projekts definiert und der Projektumfang festgelegt, z.B. mit Hilfe von SMART-Zielen. Es wird geklärt, was das Projekt erreichen soll und welche Ressourcen zur Verfügung stehen. Stakeholder werden identifiziert, und ein grober Plan sowie ein Business Case (Kosten-Nutzen-Rechnung, gestützt auf eine Wirtschaftlichkeitsanalyse) werden erstellt und z.B. mit Hilfe einer SWOT-Analyse oder einer ABC-Analyse bewertet, um die Machbarkeit und den Nutzen des Projekts zu beurteilen.
| Eingangsprodukte | Ausgangsprodukte | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Projektvorschlag | Projekthandbuch | mit Projektzielen |
| Motivation | Kaufmännische Projektkalkulation | Business Case, Kosten-Nutzen-Analyse |
| Lösungskonzept | Pflichtenheft, Systemspezifikation | |
| Schätzung | Aufwandsschätzung | |
| Projektauftrag | mit Projektcharta | |
| Projektfortschrittsentscheidung |
2. Phase im Projektmanagement: Planung
In der Planungsphase wird das Projekt detailliert ausgearbeitet. Hier werden spezifische Aufgaben, Zeitpläne und Ressourcen festgelegt, um die Projektziele zu erreichen. Der Projektleiter wird einen Projektplan erstellen, der den Zeitrahmen, das Budget, die Aufgabenverteilung und die notwendigen Ressourcen festlegt. Risikomanagement-Strategien werden entwickelt, um potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
| Eingangsprodukte | Ausgangsprodukte | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Projektauftrag | Projektplan | mit Projektzielen |
| Projekthandbuch | akt. Lösungskonzept | Pflichtenheft, Systemspezifikation |
| Lösungskonzept | QM-Plan | |
| Schätzung | CM-Plan | |
| Risikoliste | ||
| Projektfortschrittsentscheidung |
Diese Phase beinhaltet auch die Festlegung von Qualitätsstandards und Kommunikationsplänen, um sicherzustellen, dass alle Beteiligten informiert und koordiniert sind. Die Planungsphase ist entscheidend, um sicherzustellen, dass das Projekt organisiert und zielgerichtet durchgeführt werden kann.
3. Phase im Projektmanagement: Durchführung
In der Durchführungsphase wird der Projektplan in die Tat umgesetzt. Hierbei werden die geplanten Aufgaben und Aktivitäten ausgeführt, um die Projektziele zu erreichen. Die Projektressourcen werden bereitgestellt, und das Team arbeitet an den zugewiesenen Aufgaben. Es findet eine ständige Koordination und Kommunikation zwischen den Teammitgliedern und Stakeholdern statt, um sicherzustellen, dass das Projekt auf Kurs bleibt.
| Eingangsprodukte | Ausgangsprodukte | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Alle Produkte aus Planungsphase | aktualisierte Produkte | z.B. Projektplan, Risikoliste |
| Systementwurf | Systemarchitektur etc. | |
| Durchführungsprodukte | Software, Hardware, etc. | |
| Prüfprotokolle | ||
| Projektfortschrittsentscheidung |
Während dieser Phase werden auch die Fortschritte überwacht und eventuelle Anpassungen am Plan vorgenommen, um auf unerwartete Herausforderungen zu reagieren. Diese Projektphase treibt das Projekt entscheidend voran und hilft, die geplanten Ergebnisse zu erzielen.
4. Phase im Projektmanagement: Überwachung
In der Überwachungsphase wird das Projekt kontinuierlich überwacht und gesteuert, um sicherzustellen, dass es nach Plan verläuft. Diese Projektphase läuft parallel zur Durchführung und beinhaltet das Tracken von Fortschritten, das Überprüfen der Leistung und das Sicherstellen, dass die Projektziele eingehalten werden.
| Eingangsprodukte | Ausgangsprodukte | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Projektplan | Projektstatusbericht | Managementübersicht |
| Besprechungsprotokolle | QS-Bericht | Qualitätsprobleme |
| Prüfprotokolle | Kaufm. Projektstatusbericht | Abweichungen der Wirtschaftlichkeit |
| Risikoliste | Projekttagebuch | |
| Messdaten (KPIs) |
Abweichungen vom Projektplan werden z.B. mit Hilfe der Earned Value Methode oder der Meilensteintrendanalyse identifiziert, und es werden Korrekturmaßnahmen ergriffen, wenn nötig. Die Überwachung umfasst auch das Management von Risiken, die Kontrolle der Qualität und die Kommunikation mit den Stakeholdern über den Projektstatus. Diese Phase ist entscheidend, um sicherzustellen, dass das Projekt erfolgreich abgeschlossen wird und den Anforderungen entspricht.
5. Phase im Projektmanagement: Abschluss
In der Abschlussphase wird das Projekt offiziell beendet. Alle Aufgaben werden abgeschlossen, die Projektergebnisse werden finalisiert und an den Kunden oder die Stakeholder übergeben. Es wird eine abschließende Bewertung des Projekts durchgeführt, um zu überprüfen, ob die Ziele erreicht wurden und das Projekt erfolgreich war. Die Projektressourcen werden freigegeben, und es wird eine Abschlussdokumentation erstellt, die alle wichtigen Informationen und Erkenntnisse des Projekts festhält – idealerweise ergänzt um strukturierte Lessons Learned.
| Eingangsprodukte | Ausgangsprodukte | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Projektstatusberichte | Projektabschlussbericht | Retrospektive, Lessons learned |
| Projekttagebuch | Abnahmeprotokoll | |
| Messdaten |
Diese Phase ist entscheidend, um das Projekt ordnungsgemäß abzuschließen, Erkenntnisse für zukünftige Projekte zu sammeln und sicherzustellen, dass alle Beteiligten zufrieden sind.
Visualisierung der Projektmanagement-Phasen
Die Visualisierung von Projektphasen ist ein wichtiger Bestandteil des Projektmanagements, da sie eine klare und verständliche Darstellung des Projektfortschritts ermöglicht. Eine gut strukturierte Visualisierung hilft dabei, komplexe Prozesse zu vereinfachen und die Kommunikation zwischen den Teammitgliedern und Stakeholdern zu verbessern. Typische Visualisierungsmethoden umfassen Gantt-Diagramme, Projektzeitpläne und Meilenstein-Charts.
Ein Gantt-Diagramm in einer guten Projektmanagement-Software ist besonders nützlich, da es die einzelnen Projektphasen in einem zeitlichen Kontext darstellt. Es zeigt auf einen Blick, welche Aufgaben parallel laufen, welche abgeschlossen sind und welche noch anstehen. Die Länge der Balken im Diagramm gibt die Dauer der jeweiligen Phase an.
Meilenstein-Charts bieten eine weitere effektive Möglichkeit, wichtige Ereignisse oder Ergebnisse im Projekt zu visualisieren. Diese Meilensteine markieren entscheidende Punkte im Projekt, die den Übergang von einer Phase zur nächsten kennzeichnen.
Darüber hinaus können Projektzeitpläne in Form von Tabellen oder Listen dargestellt werden, um die Reihenfolge der Aufgaben und ihre Abhängigkeiten zu verdeutlichen. Diese Visualisierungen helfen dabei, den Überblick über den Projektfortschritt zu behalten, Engpässe frühzeitig zu erkennen und die Ressourcen effizient zu nutzen.

Merkmale der Projektphasen
Nach dem PMBOK ist jede Projektphase durch die Fertigstellung eines oder mehrerer Ergebnisse (Produkte) gekennzeichnet. Ein Ergebnis kann sein
- jedes greifbare, verifizierbare Arbeitsprodukt
- eine Machbarkeitsstudie
- ein Detailentwurf
- ein funktionsfähiger Prototyp.
Welche Produkte es im eigenen Projekt dann sind, wird im Projekthandbuch festgehalten. Der Abschluss einer Projektphase wird im Allgemeinen durch eine Überprüfung sowohl der Schlüsselergebnisse als auch der Projektleistung gekennzeichnet, um
- zu bestimmen, ob das Projekt in seine nächste Phase übergehen soll, und
- um Fehler kostengünstig zu erkennen und zu korrigieren.
Diese Überprüfungen am Ende einer Phase werden oft als Phasenausgänge, Stage Gates, Qualitätstore oder Kill Points bezeichnet.

Jede Projektphase umfasst in der Regel eine Reihe von definierten Arbeitsprodukten als primäre Arbeitsergebnisse. Die meisten dieser Elemente beziehen sich auf das in der entsprechenden Phase zu liefernde Ergebnis, und die Phasen werden üblicherweise nach diesen Elementen benannt: Anforderungen, Entwurf, Aufbau, Text, Inbetriebnahme, Umsatz und gegebenenfalls andere. Mehrere repräsentative Projektlebenszyklen werden weiter unten beschrieben.
In der deutschsprachigen Praxis liefert die DIN 69901 den normativen Rahmen dafür. Sie beschreibt Projektmanagement in fünf Prozessgruppen (Initialisierung, Definition, Planung, Steuerung, Abschluss) und definiert die Phase als zeitlichen Abschnitt, der sachlich von anderen getrennt ist. Wer im öffentlichen Umfeld oder in regulierten Branchen arbeitet, begründet seinen Phasenschnitt am einfachsten mit dieser Norm.
Projektphasen und Meilensteine: die Übergänge
Phasen allein strukturieren ein Projekt noch nicht. Was sie steuerbar macht, sind die Punkte dazwischen: Jede Phase endet mit einem Meilenstein, und an diesem Meilenstein wird entschieden, ob es weitergeht. Ohne diese Entscheidung ist der Phasenschnitt nur eine Beschriftung im Terminplan.
Ein Meilenstein ist dabei ein Ereignis ohne Dauer, das eindeutig erreicht oder nicht erreicht ist. Genau diese Binärität ist der Zweck: „Testphase weitgehend abgeschlossen” ist kein Meilenstein, „Abnahmetest bestanden, Protokoll unterschrieben” schon.
Was am Phasenübergang geprüft wird
Die Überprüfung am Phasenende trägt je nach Umfeld verschiedene Namen — Quality Gate, Stage Gate, Phasenfreigabe oder, wenn der Abbruch ausdrücklich vorgesehen ist, Kill Point. Der Ablauf ist überall derselbe:
| Prüffrage | Wenn die Antwort nein lautet |
|---|---|
| Sind die vereinbarten Ergebnisse der Phase vollständig und abgenommen? | Phase verlängern, nicht die nächste starten |
| Trägt der Business Case noch? Sind Kosten und Nutzen weiter im Verhältnis? | Umfang anpassen oder Projekt beenden |
| Sind die Risiken der nächsten Phase bekannt und tragbar? | Risikomaßnahmen vorziehen |
| Stehen die Ressourcen für die nächste Phase bereit? | Start verschieben statt unterbesetzt beginnen |
Der unbequeme Teil daran ist der Kill Point. Ein Phasenmodell entfaltet seinen Nutzen erst, wenn das Beenden eines Projekts am Gate eine reale Option ist. Wo jede Freigabe ohnehin erteilt wird, kostet das Gate nur Vorbereitungszeit.
Fast Tracking ist die bewusste Ausnahme: Die nächste Phase startet, bevor die vorherige formal freigegeben ist, um Zeit zu gewinnen. Das ist legitim, verlagert aber Risiko — wird die Freigabe später verweigert, ist die begonnene Arbeit verloren.
Der Phasenplan: Phasen und Meilensteine festlegen
Der Phasenplan ist das Dokument, in dem der Phasenschnitt festgehalten wird. Er ist absichtlich grob: Er enthält die Phasen, ihre Meilensteine und die zugehörigen Termine — aber keine Aufgabenbeschreibungen, keine Zuständigkeiten und keine Budgets. Die gehören in den Projektplan und in den Projektstrukturplan.
Diese Trennung ist der praktische Wert des Phasenplans: Er passt auf eine Seite und bleibt dadurch als Kommunikationsmittel gegenüber Auftraggeber und Lenkungsausschuss brauchbar, während der detaillierte Plan sich laufend ändert.
So entsteht er in vier Schritten:
- Ergebnisse gruppieren: Welche Arbeitsergebnisse gehören sachlich zusammen? Die Gruppen sind die Kandidaten für Phasen.
- Schnitte an Entscheidungen legen: Eine Phasengrenze gehört dorthin, wo eine echte Entscheidung fällt — nicht dorthin, wo der Kalender ein Quartal wechselt.
- Meilensteine binär formulieren: je Phasenende ein prüfbares Ereignis mit Datum. Wie man Meilensteine setzt und im Terminplan verfolgt, behandelt die Meilensteinplanung im Detail.
- Reihenfolge und Abhängigkeiten prüfen: Welche Phasen können überlappen, welche nicht? Dafür ist der Projektablaufplan das passende Werkzeug.
Als Orientierung: Drei bis sieben Phasen sind für die meisten Projekte handhabbar. Bei weniger fehlen Kontrollpunkte, bei mehr wird der Abstimmungsaufwand an den Gates größer als der Nutzen.
Merkmale des Projektlebenszyklus
Der Projektlebenszyklus beschreibt den gesamten Ablauf eines Projekts von Anfang bis Ende, einschließlich aller Phasen und Aktivitäten. Oft wird einem Projekt eine Machbarkeitsstudie vorgeschaltet. Diese Studie kann als erste Phase des Projekts oder als separates Vorhaben behandelt werden.
Die meisten Projektlebenszyklen beinhalten eine Abfolge von Phasen, die in der Regel eine Übergabe, wie z.B. der Anforderungen an die Design-Abteilung, der Konstruktion an die Produktion etc. umfassen. Genehmigungen der Ergebnisse einer Phase erfolgen meist vor Beginn der nächsten Phase. In Ausnahmefällen können Unterphasen ohne vorherige Genehmigung gestartet werden, wenn die Risiken akzeptabel sind (Fast Tracking).
Projektlebenszyklen definieren:
- Die technische Arbeit jeder Phase (z.B. Architektur in der Definitions- oder Ausführungsphase).
- Wer in jeder Phase beteiligt ist (z.B. Umsetzer in den Anforderungen und der Gestaltung).
- Die Kosten und der Personalbestand. Diese sind zu Beginn niedrig, steigen zum Ende und sinken dann schnell.
- Das Risiko und die Unsicherheit. Diese sind zu Beginn des Projekts am größten. Mit fortschreitender Projektdauer nimmt die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Abschlusses zu.
- Die Anforderungen der Interessenvertreter. Die Einflussmöglichkeiten der Interessenvertreter auf das Endprodukt sind zu Beginn am höchsten und nehmen ab, während die Kosten für Änderungen steigen.
Der Projektlebenszyklus sollte vom Produktlebenszyklus unterschieden werden. Ein Projekt, das z.B. einen neuen Computer auf den Markt bringt, ist nur eine Phase des Produktlebenszyklus.
Projektlebenszyklen können je nach Bedarf unterschiedlich sein, selbst innerhalb eines Anwendungsbereichs. Selbst Teilprojekte können ihre eigenen, speziellen Projektphasen haben, z.B. bei der Planung und Unterstützung des Baus eines Gebäudes.
Alternativ: Der 4 Phasen Projektmanagement-Prozess
Der 4 Phasen Projektlebenszyklus ist ein allgemeiner Prozess, der gerne von Projekten genutzt wird, die sich keine weiteren Gedanken zu diesem Punkt machen möchten.

1. Definitionsphase
In der Definitionsphase wird der Rahmen des Projekts abgesteckt. Hier werden die Ziele, der Umfang und die Anforderungen festgelegt. Stakeholder und Projektbeteiligte werden identifiziert, und es wird entschieden, welche Ressourcen benötigt werden. Diese Phase endet oft mit einem Projektauftrag, der das Projekt offiziell startet. Eine klare Definition ist wichtig, um sicherzustellen, dass alle Beteiligten dieselben Erwartungen haben und das Projekt auf einer soliden Grundlage beginnt.
2. Planungsphase
In der Planungsphase wird ein detaillierter Projektplan entwickelt. Dieser enthält Aufgaben, Zeitpläne und Ressourcen, die erforderlich sind, um die Projektziele zu erreichen. Es werden Risiken bewertet und Maßnahmen zur Risikominderung festgelegt. Außerdem werden Kommunikationspläne erstellt, um eine reibungslose Zusammenarbeit zu gewährleisten. Eine sorgfältige Planung ist entscheidend, um das Projekt strukturiert und effizient durchzuführen.
3. Durchführungsphase/Controlling
In der Durchführungsphase werden die geplanten Aufgaben umgesetzt, während das Projektcontrolling die Überwachung und Steuerung des Projekts umfasst. Hier wird die Arbeit ausgeführt und gleichzeitig geprüft, ob das Projekt im Zeit- und Budgetrahmen bleibt. Anpassungen und Korrekturen werden vorgenommen, um sicherzustellen, dass die Projektziele erreicht werden. Diese Phase erfordert ständige Kommunikation und Koordination, um den Fortschritt zu sichern.
4. Abschlussphase
In der Abschlussphase wird das Projekt offiziell beendet. Die Ergebnisse werden überprüft und an die Stakeholder übergeben. Eine Abschlussbewertung wird durchgeführt, um den Erfolg des Projekts zu beurteilen und Lehren für zukünftige Projekte zu ziehen. Schließlich werden alle Projektunterlagen abgeschlossen und Ressourcen freigegeben. Diese Phase ist wichtig, um das Projekt sauber abzuschließen und eine solide Grundlage für künftige Vorhaben zu schaffen.
Iterative und agile Phasenmodelle
Die Modelle oben durchlaufen die Phasen einmal von vorn nach hinten. Das passt, solange die Anforderungen vorab klärbar sind. Ist sie das nicht, gibt es zwei verbreitete Alternativen.
Das iterative Phasenmodell durchläuft dieselbe Phasenfolge mehrfach. Jede Schleife liefert ein vollständiges, aber unvollständig ausgebautes Ergebnis, das die nächste Schleife verfeinert — bis das Ergebnis genügt. Der Phasenschnitt bleibt erhalten, er wiederholt sich nur. Meilensteine markieren hier nicht das Projektende, sondern das Ende jeder Iteration.
In agilen Projekten wandert der Phasenbegriff auf zwei Ebenen. Innerhalb eines Sprints laufen Planung, Umsetzung und Review als Mini-Zyklus ab; darüber liegen oft gröbere Abschnitte wie Discovery, Ausbau und Rollout, die weiterhin Freigaben durch Auftraggeber oder Gremien brauchen. Deshalb ist die Frage „Phasen oder agil?” in der Praxis meist falsch gestellt: Auch agile Projekte haben Phasen, sie schneiden sie nur anders und entscheiden häufiger.
Eine Sonderstellung nimmt das V-Modell ein. Es ist ein Phasenmodell, ordnet den Phasen der linken Seite (Anforderungen, Entwurf) aber jeweils eine Teststufe auf der rechten Seite zu. Der Phasenübergang ist damit nicht nur eine Freigabe, sondern definiert gleich mit, wogegen später geprüft wird — der Grund für seine Verbreitung in regulierten Branchen.
Branchenspezifische Projekt-Lebenszyklen
Die folgenden Projektlebenszyklen mit ihren Projektphasen wurden ausgewählt, um die Vielfalt der verwendeten Ansätze zu veranschaulichen. Die gezeigten Beispiele sind typisch; sie werden weder empfohlen noch bevorzugt. In jedem Fall sind die Phasennamen und wichtigsten Ergebnisse die vom Autor beschriebenen.
Embedded Systems
Die Direktive 5000.2 des US-Verteidigungsministeriums in der revidierten Fassung vom Februar 1993 beschreibt eine Reihe von Meilensteinen und Phasen der Beschaffung.

- Bestimmung des Missionsbedarfs mit Genehmigung der Konzeptstudien.
- Konzeptexploration und Definition – Endpunkte mit Konzeptdemonstration.
- Demonstration und Validierung – endet mit der Entwicklungsgenehmigung.
- Konstruktions- und Fertigungsentwicklung – endet mit der Produktionsfreigabe.
- Produktion und Einsatz – überlappen den laufenden Betrieb und Support.
Baugewerbe
Morris beschreibt den Lebenszyklus eines Bauprojekts:
- Machbarkeitsprojektformulierung, Machbarkeitsstudien und Strategieentwurf und Freigabe. Am Ende dieser Phase wird eine Go/No-Go-Entscheidung getroffen.
- Planung und Entwurf – Basisdesign, Kosten und Zeitplan, Vertragsbedingungen und -konditionen und Detailplanung. Größere Aufträge werden am Ende dieser Phase vermietet.
- Produktion-Herstellung, Lieferung, Bauarbeiten, Installation und Prüfung. Am Ende dieser Phase ist die Anlage im Wesentlichen fertig gestellt.
- Umsatz und Inbetriebnahme – abschließende Tests und Wartung. Die Anlage ist vollständig fertiggestellt. Der Betrieb beginnt am Ende dieser Phase.
Projektphasen bei der Pharmazeutika-Entwicklung
Murphy beschreibt die Projektphasen für die Entwicklung neuer pharmazeutischer Produkte in den Vereinigten Staaten:
- Discovery and Screening- umfasst Grundlagen- und angewandte Forschung zur Identifizierung von Kandidaten für präklinische Tests.
- Präklinische Entwicklung – schließt Labor- und Tierversuche zur Bestimmung der Sicherheit und Wirksamkeit sowie die Vorbereitung und Einreichung einer Investigational New Antrag auf Arzneimittelzulassung (IND).
- Registrierung(en) Workup – umfasst klinische Tests der Phasen I, II und III sowie Vorbereitung und Einreichung eines Antrags für ein neues Medikament (NDA).
- Aktivität nach der Einreichung – umfasst zusätzliche Arbeiten, die zur Unterstützung der Überprüfung der NDA durch die Food and Drug Administration erforderlich ist.
Projektphasen in der Software-Entwicklung
Für die Softwareentwicklung gibt es nach dem ursprünglichen “Waterfall”-Modell und dem Spiralmodell durch die Verbreitung agiler Methoden eine große Anzahl von Lebenszyklusmodellen und entsprechenden Projektphasen. Hier ein Beispiel:
- Der Proof-of-Concept-Zyklus erfasst die Geschäftsanforderungen, definiert die Ziele für den Proof-of-Concept, erstellt den konzeptionellen Systementwurf, entwirft und konstruiert den Proof-of-Concept, erstellt Abnahme-Testpläne, führt eine Risikoanalyse durch und spricht Empfehlungen aus.
- Erster Build-Zyklus – Ableitung der Systemanforderungen, Definition der Ziele für den ersten Build, Erstellung des logischen Systemdesigns, Entwurf und Konstruktion des ersten Builds, Erstellung von Systemtestplänen, Bewertung des ersten Builds und Abgabe von Empfehlungen.
- Zweiter Build-Zyklus: Ableitung von Subsystem-Anforderungen, Definition der Ziele für den zweiten Build, Erstellung des physischen Designs, Erstellung des zweiten Builds, Erstellung von Systemtestplänen, Bewertung des zweiten Builds und Abgabe von Empfehlungen.
- Endgültiger Zyklus – Anforderungen an die Einheit, endgültiger Entwurf, Konstruktion des endgültigen Aufbaus, Durchführung von Einheits-, Subsystem-, System- und Abnahmetests.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die 5 Projektphasen?
Die 5 Projektphasen sind Initialisierung, Planung, Durchführung, Überwachung und Abschluss. Jede Phase liefert definierte Ergebnisse und endet mit einem Meilenstein, an dem über die Fortsetzung entschieden wird. Die Überwachung ist dabei keine nachgelagerte Phase, sondern läuft parallel zur Durchführung.
Was sind die 4 Projektphasen?
Das 4-Phasen-Modell fasst die fünf Phasen zusammen: Definition, Planung, Durchführung inklusive Controlling und Abschluss. Initialisierung und Definition verschmelzen dabei, und die Überwachung wird der Durchführungsphase zugeschlagen. Inhaltlich unterscheidet sich das Modell nicht vom 5-Phasen-Modell, es schneidet nur gröber — für kleinere Projekte oft die praktischere Variante.
Wie viele Projektphasen gibt es?
Es gibt keine feste Zahl. Verbreitet sind das 4- und das 5-Phasen-Modell, die DIN 69901 nennt fünf Prozessgruppen, und branchenspezifische Modelle kommen auf sieben oder mehr Phasen — im Bauwesen etwa entsprechend den Leistungsphasen der HOAI. Als Orientierung sind drei bis sieben Phasen handhabbar: bei weniger fehlen Kontrollpunkte, bei mehr übersteigt der Abstimmungsaufwand an den Übergängen den Nutzen.
Was ist der Unterschied zwischen Projektphase und Meilenstein?
Eine Projektphase ist ein Zeitabschnitt mit Dauer, in dem gearbeitet wird. Ein Meilenstein ist ein Ereignis ohne Dauer, das den Abschluss einer Phase markiert und eindeutig erreicht oder nicht erreicht ist. Die Phase liefert das Ergebnis, der Meilenstein bestätigt es und löst die Entscheidung über die nächste Phase aus.
Was gehört in einen Phasenplan?
In den Phasenplan gehören die Phasen, ihre Meilensteine und die zugehörigen Termine — bewusst nicht mehr. Aufgabenbeschreibungen, Zuständigkeiten und Budgets gehören in den Projektplan und den Projektstrukturplan. Diese Beschränkung ist der Zweck: Der Phasenplan bleibt auf einer Seite darstellbar und damit als Kommunikationsmittel gegenüber Auftraggeber und Lenkungsausschuss brauchbar.