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RACI-Matrix für klare Zuständigkeiten
Jörg Friedrich | (Aktualisiert: )

RACI-Matrix für klare Zuständigkeiten

Zusammenfassung
Mit einer RACI-Matrix zu arbeiten gehört zu einer der nützlichsten Projektmanagement-Methoden. Die Matrix ist ein Projektmanagement-Tool zur klaren Rollenverteilung. Sie definiert für jeden Vorgang oder Aufgabe, wer verantwortlich (R), rechenschaftspflichtig (A), konsultiert (C) und informiert (I) ist. So verhindert sie Unklarheiten und verbessert die Zusammenarbeit im Team.

Stand: Juli 2026. RACI steht für Responsible, Accountable, Consulted und Informed – die vier Rollen, die eine RACI-Matrix jeder Aufgabe zuordnet (die Grundlage, um Aufgaben sauber zu delegieren):

BuchstabeRolleBedeutungAnzahl pro Aufgabe
RResponsible (Bearbeiter)Führt die Aufgabe ausgenau 1
AAccountable (Manager)Trägt die Gesamtverantwortung, gibt freigenau 1
CConsulted (Beratende)Wird um Rat gefragt, bringt Fachwissen ein0 bis n
IInformed (zu Informierende)Wird über Ergebnisse auf dem Laufenden gehalten0 bis n

Kostenlose RACI-Vorlage
Zuständigkeiten sofort klären: RACI-Matrix-Vorlage als Excel-Datei herunterladen – kostenlos, mit Beispiel und Legende. Weitere Vorlagen in der Vorlagen-Übersicht.

Was ist die RACI-Matrix?

Die RACI-Matrix (manchmal auch RACI-Diagramm, RACI-Chart, Verantwortlichkeitsmatrix oder Responsibility Assignment Matrix (RAM) genannt) erlaubt Ihnen, Vorgänge (z.B. Aufgaben, Meilensteine oder Projektergebnisse) über Rollen mit Mitgliedern Ihres Projektteams zu verknüpfen. So klären Sie mit Hilfe der RACI-Methode Zuständigkeiten und beseitigen Unklarheiten.

Die RACI-Matrix gehört zu den etablierten Projektmanagement-Methoden. In ihr werden die Vorgänge oder Aufgaben in Zeilen und die Projektbeteiligten in Spalten aufgelistet. Im Schnittpunktfeld von Aufgabe und Bearbeiter wird die jeweilige Rolle eingetragen, die das Teammitglied mit diesem Vorgang verbindet. Es gibt vier Arten von Beziehungen oder Rollen im RACI-System, die wir im folgenden erklären.

Responsible (Bearbeiter, Verantwortlicher)

Der Responsible ist die Person, die die Arbeit erledigt. Sie führt die Aufgabe aus, setzt Entscheidungen um und sorgt dafür, dass etwas passiert. Ohne sie bewegt sich nichts. Es gibt am besten immer genau einen Responsible pro Vorgang. Klarheit ist der Schlüssel – zu viele Köche verderben den Brei.

Accountable (Manager oder Rechenschaftspflichtiger)

Der Accountable ist die Person, die letztlich für das Ergebnis verantwortlich ist. Sie stellt sicher, dass die Aufgabe erledigt wird – selbst wenn jemand anderes die eigentliche Arbeit macht. Der Accountable trifft Entscheidungen, überprüft den Fortschritt und gibt die finale Freigabe. Es gibt immer nur einen, denn zu viele Accountables führen zu Verwirrung und Verzögerungen. Ohne einen klar definierten Accountable kann sich niemand wirklich zuständig fühlen – und genau das sorgt oft für gescheiterte Projekte.

Consulted (Beratende)

Der Consulted bringt Fachwissen ein und wird aktiv in Entscheidungen eingebunden. Er gibt Rat, teilt seine Erfahrung und hilft, Probleme früh zu erkennen. Doch am Ende trifft nicht er die Entscheidung – das macht der Accountable. Consulted-Personen sind oft Experten, die wichtige Fragen klären, bevor eine Aufgabe abgeschlossen wird. Ihre Meinung zählt, aber sie tragen keine Verantwortung für das Ergebnis. Ohne sie könnten falsche Entscheidungen getroffen werden, doch zu viele davon? Dann wird’s langsam und kompliziert.

Informed (zu Informierende)

Der Informed wird über Fortschritte und Ergebnisse auf dem Laufenden gehalten, trifft aber keine Entscheidungen und führt keine Aufgaben aus. Diese Person muss informiert sein, weil ihre Arbeit oder ihre Entscheidungen vom Projekt abhängen. Sie bekommt Updates, muss aber nicht beraten oder freigeben. Zu viele Informierte? Dann gibt es unnötigen Overhead. Zu wenige? Dann fehlt Transparenz. Die richtige Balance hält das Team effizient und sorgt dafür, dass alle, die es wissen müssen, auch Bescheid wissen – nicht mehr, nicht weniger.

In die Schnittpunktfelder trägt man also ein R, A, C oder I ein, oder man lässt es leer. Für jede Aufgabe sollte es nur einen R geben, d.h. pro Zeile sollte nicht mehr als ein R zu finden sein.

Responsible vs. Accountable: der Unterschied

Die Verwechslung von R und A ist der häufigste Fehler bei der RACI-Matrix, und das liegt an der Sprache: Im Deutschen lassen sich beide Begriffe mit „verantwortlich” übersetzen. Die Rollen sind aber grundverschieden.

Der Responsible macht die Arbeit. Der Accountable steht für das Ergebnis ein.

 Responsible (R)Accountable (A)
Deutsche EntsprechungBearbeiter, DurchführungsverantwortlicherManager, Rechenschaftspflichtiger
Zentrale FrageWer erledigt die Aufgabe?Wer steht dafür ein, dass sie richtig erledigt wird?
Typische HandlungUmsetzen, liefern, dokumentierenPriorisieren, entscheiden, freigeben
Anzahl pro Aufgabegenau 1genau 1
Delegierbar?Ja, die Ausführung kann übergeben werdenNein, die Rechenschaft bleibt

Ein Beispiel aus dem Alltag: Die Teamleitung (A) gibt eine Angebotskalkulation frei, ein Mitarbeiter (R) erstellt sie. Rechnet sich der Mitarbeiter um den Faktor zehn und niemand merkt es, dann muss sich die Teamleitung erklären, nicht der Mitarbeiter allein. Genau das meint Accountability: Die Rechenschaft lässt sich nicht nach unten weitergeben, die Ausführung schon.

Beide Rollen dürfen von derselben Person besetzt werden, und bei kleinen Aufgaben ist das üblich. Problematisch wird es erst, wenn eine Aufgabe keinen Accountable hat. Dann fühlt sich niemand zuständig, und die Aufgabe bleibt liegen, bis sie eskaliert.

RACI-Matrix Beispiel

Beispiel einer RACI-Matrix: Vorgänge in den Zeilen, Projektbeteiligte in den Spalten, in den Feldern die Rollen R, A, C und I

Im Beispiel ist für den Vorgang „Projekt planen” Folgendes festgelegt:

VorgangKarlMadeleineBabetteStephen
Projekt planenARCI

Zur Erläuterung des RACI-Prinzips für das Projektmanagement nehmen wir die Tabelle oben zur Hilfe. Der dadurch beschriebene Prozess sieht vor, dass Karl der Entscheider (Accountable) bei Fragen zum Vorgang “Projekt planen” ist. Madeleine ist als Bearbeiterin verantwortlich (Responsible) für die Erledigung der Projektplanung. Und Babette kann als Beratende (Consulted) hinzugezogen werden, weil sie über Abhängigkeiten zwischen diesem Projekt und ihrem eigenen Bescheid weiß und Madeleine auf potentielle Konflikte aufmerksam machen kann.

Vollständiges Beispiel: Website-Relaunch

Eine einzelne Zeile zeigt das Prinzip, aber der Nutzen der Matrix entsteht erst im Zusammenspiel vieler Vorgänge. Das folgende Beispiel zeigt einen Website-Relaunch mit sechs Arbeitspaketen und fünf Beteiligten:

VorgangProjektleitungMarketingDesignEntwicklungGeschäftsführung
Anforderungen erhebenARCCI
Seitenstruktur festlegenACRCI
Design-Entwürfe erstellenCCRIA
Texte schreibenIRC A
Technische UmsetzungAICR 
Go-live freigebenRCCCA

Woran erkennt man hier Probleme? Die Matrix wird nicht nur zeilenweise gelesen, sondern auch spaltenweise. Drei Muster sind aufschlussreich:

  • Zu viele C in einer Zeile: Beim Go-live sind drei Bereiche zu konsultieren. Das kann sinnvoll sein, verzögert aber die Freigabe. Prüfen Sie, ob Design und Marketing hier wirklich mitreden müssen oder ob ein I genügt.
  • Zu viele A in einer Spalte: Die Geschäftsführung ist bei drei von sechs Vorgängen Accountable. Für ein mittelgroßes Projekt ist das ein Engpass, denn jede Freigabe wartet auf einen vollen Kalender. „Texte schreiben” ließe sich problemlos an die Projektleitung übertragen.
  • Leere Zeilen bei einem Beteiligten: Steht bei einer Person durchgehend nur I, sollten Sie hinterfragen, ob sie überhaupt in die Matrix gehört. Jede Zeile erzeugt Kommunikationsaufwand.

Die Matrix ist damit nicht nur Dokumentation, sondern ein Diagnosewerkzeug: Sie macht Überlastung, Flaschenhälse und unnötige Beteiligung sichtbar, bevor das Projekt startet.

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Des Weiteren sieht der Prozess vor, dass Stephen grundsätzlich Kopien der Besprechungsprotokolle (Informed) bekommt, da er diese Information zur Steuerung seiner eigenen Arbeiten benötigt.

Welche Vorteile bietet das RACI Diagramm?

Richtig angewendet bietet die RACI-Methode Ihnen eine ganze Reihe von Vorteilen:

  • Transparenz: Die RACI-Chart zeigt klar, wer für was verantwortlich ist. Dadurch werden unnötige Diskussionen vermieden und Missverständnisse ausgeräumt.
  • Faire Aufgabenverteilung: Es wird sichtbar, wenn einzelne Mitarbeiter zu viele oder zu wenig Aufgaben zugewiesen bekommen haben.
  • Keine Flaschenhälse: Es wird deutlich, wenn Mitarbeiter im Prozess an zu vielen Stellen als Beratende erscheinen und dadurch möglicherweise den Projektfortschritt bremsen.
  • Zielgerichtete Kommunikation: Ist ein Mitarbeiter bei fast jedem Vorgang als zu Informierender eingetragen, muss man hinterfragen, ob das wirklich erforderlich ist. Die RACI Methode hilft, in Projekten und in Unternehmen ein effizientes Kommunikationsschema aufzubauen. Ein gutes Zeitmanagement unterstützt dabei, dass Informationen zielgerichtet und ohne Verzögerung fließen. Informationen gelangen so systematisch genau dorthin, wo sie nützlich sind. Unnötige Kommunikation nach dem Gießkannenprinzip wird vermieden.

Grenzen der RACI-Matrix

Die RACI-Matrix ist ein einfaches Werkzeug, und diese Einfachheit hat ihren Preis. Wer die Grenzen kennt, setzt sie gezielter ein:

  • Pflegeaufwand. Eine Matrix, die nach dem Kick-off nie wieder angefasst wird, ist schlimmer als keine: Sie dokumentiert einen Zustand, den es nicht mehr gibt, und niemand vertraut ihr. Bei wechselnden Teams oder häufigen Umpriorisierungen wird die Pflege zur eigenen Aufgabe.
  • Scheingenauigkeit. Ein Buchstabe im Feld sieht nach Klarheit aus, ersetzt aber kein Gespräch. „C” sagt nicht, ob jemand vorab konsultiert werden muss oder nur auf Anfrage antwortet, und „R” sagt nichts über den erwarteten Umfang. Ohne Absprache entsteht Klarheit auf dem Papier und Verwirrung in der Praxis.
  • Statische Sicht auf dynamische Arbeit. Die Matrix kennt keine Reihenfolge, keine Termine und keine Abhängigkeiten. Sie beantwortet „wer”, nicht „wann” und „wovon abhängig” – dafür brauchen Sie einen Projektablaufplan.
  • Verwechslungsgefahr bei R und A. Die schwache deutsche Übersetzung sorgt regelmäßig für Missverständnisse, gerade in Teams, die RACI neu einführen.
  • Kein Ersatz für Vertrauen. Verantwortungsdiffusion hat oft kulturelle Ursachen. Wenn niemand Entscheidungen treffen will, weil Fehler Konsequenzen haben, ändert eine Tabelle daran nichts.

Wann eine RACI-Matrix sinnvoll ist, und wann nicht

Der Aufwand für eine RACI-Matrix lohnt sich nicht in jedem Vorhaben. Diese Kriterien helfen bei der Entscheidung:

Sinnvoll, wenn:

  • mehr als etwa fünf Personen beteiligt sind, besonders über Abteilungsgrenzen hinweg
  • externe Partner, Dienstleister oder Fachbereiche zusammenarbeiten, die sich nicht täglich sehen
  • das Projekt mehrere Monate läuft und Freigaben durch verschiedene Instanzen benötigt
  • in vergleichbaren Projekten schon einmal Aufgaben liegen geblieben sind, weil die Zuständigkeit unklar war
  • Compliance- oder Auditanforderungen eine dokumentierte Rollenverteilung verlangen

Verzichtbar, wenn:

  • ein kleines Team von drei bis vier Personen im selben Raum arbeitet und Zuständigkeiten ohnehin bespricht
  • das Vorhaben nur wenige Wochen dauert und aus einer Handvoll Aufgaben besteht
  • ein eingespieltes agiles Team selbstorganisiert arbeitet und Aufgaben pro Sprint neu verteilt, denn dort leistet das Task-Board dasselbe

Im Zweifel gilt: Eine Matrix mit zehn Zeilen, die gepflegt wird, ist wertvoller als eine mit sechzig, die nach zwei Wochen veraltet ist.

Wie erstellt man eine RACI-Matrix?

So setzen Sie ein entsprechendes Schema für Ihr Projekt in sechs Schritten auf:

  1. Erstellen Sie eine Liste der Projektaufgaben und tragen Sie sie als Zeilen in die Matrix ein.
  2. Identifizieren Sie alle Projektbeteiligten und tragen Sie sie als Spalten ein.
  3. Benennen Sie für jeden Vorgang genau einen Bearbeiter (R) und genau einen Manager (A).
  4. Ergänzen Sie die Beratenden (C) und die zu Informierenden (I), wo sie einen Zweck erfüllen.
  5. Prüfen Sie die Matrix zeilen- und spaltenweise auf Flaschenhälse, Überlastung und fehlende Freigaben.
  6. Stimmen Sie die Matrix mit allen Beteiligten ab und halten Sie fest, wer sie künftig pflegt.

Zu Schritt 1: Die Granularität entscheidet über die Brauchbarkeit. Nehmen Sie die Arbeitspakete aus dem Projektstrukturplan als Ausgangspunkt. Zu feine Aufgaben blähen die Matrix auf, zu grobe verschleiern genau die Zuständigkeitsfragen, die Sie klären wollen. Als Orientierung: 10 bis 30 Zeilen sind für die meisten Projekte handhabbar.

Zu Schritt 2: Tragen Sie nach Möglichkeit Rollen ein, nicht Namen („Fachbereich Einkauf” statt „Frau Bauer”). Bei Personalwechseln bleibt die Matrix dann gültig. Denken Sie auch an Beteiligte außerhalb des Kernteams, etwa Betriebsrat, Datenschutz oder externe Dienstleister. Die Stakeholderanalyse liefert dafür die Grundlage.

Zu Schritt 3: Fangen Sie mit dem A an, nicht mit dem R. Die Frage „Wer steht dafür ein?” ist die unbequemere und deshalb die wichtigere. Findet sich für eine Zeile kein eindeutiger Accountable, ist das ein Befund und kein Formfehler: Meist ist die Aufgabe zu grob geschnitten oder die Zuständigkeit im Unternehmen tatsächlich ungeklärt.

Zu Schritt 4: Gehen Sie hier sparsam vor. Jedes C erzeugt eine Abstimmschleife, jedes I eine Benachrichtigung. Die Frage lautet nicht „Wen könnte das interessieren?”, sondern „Wer kann ohne diese Information seine Arbeit nicht tun?”.

Zu Schritt 5: Nutzen Sie die drei Muster aus dem Beispiel oben: mehrere R in einer Zeile (Verantwortung verwässert), viele A in einer Spalte (Freigabe-Engpass), Zeilen ohne A (niemand steht ein).

Zu Schritt 6: Eine Matrix, die niemand kennt, wirkt nicht. Stellen Sie sie im Kick-off-Meeting vor und lassen Sie Widerspruch zu, denn genau dort kommen die ungeklärten Zuständigkeiten zur Sprache. Halten Sie im Projekthandbuch fest, wer die Matrix aktuell hält.

Das geht alles weitgehend automatisch, wenn Sie mit einem Projektmanagement-Tool wie Allegra arbeiten. Dort erstellen Sie ohnehin alle Vorgänge mit jeweils einem Bearbeiter, und Sie können optional Manager (Accountable), Editoren (Consulted) und Beobachter (Informed) hinzufügen.

RACI-Matrix Vorlage (Excel und zum Kopieren)

Für den schnellen Start gibt es die Matrix als fertige Excel-Datei: RACI-Matrix-Vorlage herunterladen – kostenlos, ohne Anmeldung, mit Beispielzeilen, farblicher Hervorhebung der R- und A-Felder und Legende. Sie eignet sich auch für Google Sheets und LibreOffice Calc.

So erstellen Sie eine RACI-Matrix in Excel von Hand: Tragen Sie die Vorgänge in Spalte A ein, die Beteiligten in die Kopfzeile ab Spalte B, und vergeben Sie in den Schnittfeldern R, A, C oder I. Praktisch sind zwei Ergänzungen: eine Datenüberprüfung mit der Werteliste R;A;C;I, die Tippfehler verhindert, und eine bedingte Formatierung, die R- und A-Felder farbig hervorhebt. So fallen doppelte oder fehlende Zuweisungen sofort ins Auge.

Die folgende Leervorlage können Sie direkt kopieren und an Ihr Projekt anpassen – ergänzen Sie pro Zeile einen Vorgang und tragen Sie je Beteiligtem R, A, C oder I ein (pro Zeile genau ein R und genau ein A):

Vorgang / AufgabePerson 1Person 2Person 3Person 4
Aufgabe 1ARCI
Aufgabe 2    
Aufgabe 3    

Tipp: In einem Projektmanagement-Tool wie Allegra entsteht diese Zuordnung automatisch aus den Rollen Bearbeiter, Manager, Editor und Leser – ganz ohne separate Excel-Vorlage. Weitere kostenlose Vorlagen finden Sie in der Vorlagen-Übersicht.

Tipps zur RACI-Matrix

  • Die RACI-Matrix darf nicht als Kontrollinstrument missbraucht werden. Mit Hilfe der RACI-Matrix kann kein disfunktionales Team in Ordnung gebracht werden. Der Teamgeist muss stimmen und es muss Vertrauen da sein.
  • Die Aufgaben müssen klar und verständlich formuliert werden. Der Umfang einer Aufgabe muss klar sein.
  • Legen Sie z.B. in einem Projekthandbuch fest, wer für die Erstellung und Pflege der RACI-Chart selbst verantwortlich ist.
  • Legen Sie fest, ob ein Beratender selbst aktiv werden kann und muss oder nur auf Anfrage.
  • Stellen Sie klar, dass nicht der Manager für eine Aufgabe verantwortlich ist, sondern der Bearbeiter. Es ist natürlich auch möglich, dass beide Rollen durch dieselbe Person vertreten werden.
  • Stellen Sie sicher, dass in jeder Zeile genau ein Verantwortlicher (R) genannt wird. Es geht selten gut, wenn mehrere Personen verantwortlich sind. Im Zweifelsfall teilen Sie eine Aufgabe in zwei Teilaufgaben auf.
  • Vermeiden Sie Flaschenhälse mit zu vielen C’s in einer Zeile.
  • Stellen Sie sicher, dass die RACI-Methode in die reguläre Projektplanung integriert ist. Es bringt nichts, wenn Sie die RACI-Matrix in einer Excel-Tabelle führen und die Projektplanung und Verfolgung in einem anderen Werkzeug erledigen.

RACI und Agile

RACI ist nicht auf klassische Vorgehensmodelle wie PRINCE2 beschränkt, in agilen Teams wird es aber sparsamer eingesetzt. Der Grund liegt in einem echten Spannungsverhältnis: Scrum setzt auf Selbstorganisation, RACI auf feste Zuweisung. Ein Sprint Backlog, dessen Aufgaben schon vorab mit Namen versehen sind, nimmt dem Team genau die Entscheidung, die es treffen soll.

Sinnvoll ist RACI in Scrum daher auf der Ebene wiederkehrender Aktivitäten, nicht einzelner Tasks. Das Prinzip lässt sich dabei direkt aus dem Scrum Guide ableiten: Der Product Owner ist für das Product Backlog rechenschaftspflichtig, darf die Pflege aber delegieren. In RACI-Begriffen bleibt er also A, während das Entwicklungsteam R übernimmt. Eine Matrix für die Scrum-Rollen kann so aussehen:

AktivitätProduct OwnerScrum MasterEntwicklungsteamStakeholder
Product Backlog pflegenACRC
Sprint-Ziel festlegenACRI
Definition of Done festlegenCCR/AI
Impediments beseitigenIR/AC 
Increment abnehmenR/AICC

Zwei Dinge fallen auf: Beim Entwicklungsteam stehen R und A in derselben Zelle, weil ein selbstorganisiertes Team beides trägt. Und die Stakeholder sind mit aufgeführt, was in klassischen RACI-Diagrammen häufig fehlt, obwohl das Agile Manifest die Zusammenarbeit mit dem Fachbereich ausdrücklich einfordert. Für die Aufgaben innerhalb eines Sprints braucht es keine Matrix: Das Task-Board zeigt dieselbe Information tagesaktuell und ohne Pflegeaufwand.

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RACI in ITIL und im Prozessmanagement

RACI stammt ursprünglich aus dem Prozessumfeld und wird dort bis heute breiter eingesetzt als in Projekten. Der Unterschied ist der Bezugspunkt: In Projekten ordnet die Matrix Rollen einmalig einem Arbeitspaket zu, in Prozessen dauerhaft einem Prozessschritt. Die Matrix wird damit Teil der Prozessdokumentation und gilt für jeden Durchlauf.

In ITIL ist das etabliert. Für ITIL-Prozesse wie Incident, Change oder Problem Management legt eine RACI-Matrix fest, welche Rolle einen Schritt ausführt und welche ihn verantwortet, etwa den Change Manager als Accountable für die Freigabe eines Changes und das Fachteam als Responsible für die Umsetzung. Weil dieselbe Zuordnung für jeden Change gilt, rechnet sich der Aufwand hier deutlich besser als in Projekten: Die Matrix wird einmal erstellt und läuft anschließend im Regelbetrieb mit. Über ITIL hinaus gilt das für jeden dokumentierten Prozess, ob Rechnungsprüfung, Onboarding oder Freigabe von Marketingmaterial.

RACI für sich arbeiten lassen

Die RACI-Matrix ist sehr effektiv, wenn sie in ein Aufgabenmanagement eingebunden ist. So wird z.B. automatisch sichergestellt, dass es für einen Vorgang immer genau einen Bearbeiter gibt.

Über ein entsprechendes Automail-Schema im Projektmanagement kann für jede RACI-Rolle genau festgelegt werden, wer wann wie informiert wird. Und über ein Berechtigungsschema kann basierend auf den RACI-Rollen festgelegt werden, wer Zugriff auf einen Vorgang hat und wer nicht.

RACI-Varianten

Es gibt eine ganze Reihe von Varianten der RACI-Methode für das Projektmanagement, um Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten klar festzulegen. Eine relativ umfangreiche Liste finden Sie auf Wikipedia.

VarianteZusätzliche RollenEinsatzzweck
RASCI+ SupportErgänzt RACI um Personen, die den Responsible bei der Durchführung einer Aufgabe unterstützen.
DRASCI+ Driver, + Support„Driver" unterstützt den Bearbeiter im Management, „Support" assistiert auf der Ausführungsebene.
RACI-VS+ Verify, + Signatory„Verify" prüft, ob die definierten Produkteigenschaften umgesetzt wurden; „Signatory" segnet das Verify-Ergebnis ab – zusätzliche Prüfschritte.
CAIRO (auch RACIO)+ OmittedWie Standard-RACI, ergänzt um „Omitted": Beteiligte werden bewusst von einer Aufgabe ausgeschlossen.
DACIDriver, Approver, Contributor, InformedKein RACI-Zusatz, sondern eine eigene Systematik für Entscheidungen: Der „Driver" treibt die Entscheidung voran, der „Approver" trifft sie. Verbreitet in Produktteams.

Bei DACI und RAPID geht es um Entscheidungen, bei RACI um Aufgaben. Mehr dazu im Abschnitt RACI vs. andere Verantwortlichkeitsmodelle.

RACI in Allegra

In der Projektmanagement-Software Allegra ist die RACI-Matrix fest eingebaut. Hier wird das RACI-Prinzip in zwei Zusammenhängen genutzt:

  • Zur Steuerung des Zugangs und von Berechtigungen
  • Zur Steuerung von Benachrichtigungen

Jedem Vorgang können (R)esponsible, (A)ccountable, (C)onsulted und (I)nformed zugeordnet werden. Diese RACI-Rollen heißen in Allegra “Bearbeiter”, “Manager”, “Editor” und “Leser”. Es ist einstellbar, welche Personen oder Gruppen diese Rollen in einem Bereich einnehmen dürfen. So kann man z.B. einem Nutzer gezielt für einen Vorgang eine Änderungsberechtigung geben, obwohl er ansonsten vielleicht nicht einmal die Vorgänge anderer Nutzer einsehen kann.

Screenshot der RACI-Rollen in der Projektmanagement-Software Allegra: Bearbeiter, Manager, Editor und Leser pro Vorgang

Die Benachrichtigungen werden ebenfalls über die RACI-Rollen gesteuert. Für jede Rolle, die ein Nutzer in Bezug auf einen Vorgang hat, kann er einstellen, aufgrund welcher Ereignisse er benachrichtigt werden will. So möchte man z.B. als Manager nur benachrichtigt werden, wenn ein Vorgangszustand auf “erledigt” wechselt, während ein Bearbeiter an fast allen Änderungen interessiert ist.

Dieser pragmatische Einsatz des RACI-Prinzips führt so zu einer vorteilhaften Systematik hinsichtlich der Zugriffskontrolle und der Benachrichtigungen.

RACI vs. andere Verantwortlichkeitsmodelle

RACI ist das bekannteste, aber nicht das einzige Modell zur Klärung von Zuständigkeiten:

ModellFokusWann sinnvoll?
RACIAufgaben-bezogene Rollen (R/A/C/I)Standard für Projekte mit klar abgrenzbaren Vorgängen.
RAPIDEntscheidungs-Rollen (Recommend, Agree, Perform, Input, Decide)Wenn komplexe Entscheidungen statt Aufgaben im Vordergrund stehen.
Lineare Verantwortlichkeitsmatrix (LRC)Freie Rollendefinition je OrganisationWenn die vier RACI-Rollen nicht ausreichen.

Für die meisten Projekte ist RACI der pragmatischste Einstieg; RAPID ergänzt es gut bei entscheidungslastigen Vorhaben.

Typische Fehler bei der RACI-Matrix

  • Mehrere R pro Zeile: Verantwortung verwässert – pro Vorgang genau ein Responsible.
  • Kein oder mehrere A: Ohne klaren Accountable fühlt sich niemand zuständig; mehrere führen zu Blockaden.
  • Zu viele C und I: Erzeugt Abstimmungs-Overhead und bremst das Projekt.
  • R und A verwechselt: Der Manager (A) gibt frei, der Bearbeiter (R) macht die Arbeit – nicht umgekehrt.
  • Insellösung in Excel: Die Matrix verstaubt, wenn sie nicht in die laufende Projektplanung integriert ist.
  • Einmal erstellt, nie gepflegt: Bei geänderter Teamzusammensetzung muss die Matrix aktualisiert werden.

Häufig gestellte Fragen

Was ist RACI?

RACI ist ein Modell zur Zuweisung von Verantwortlichkeiten in Projekten und steht für Responsible (verantwortlich), Accountable (rechenschaftspflichtig), Consulted (konsultiert) und Informed (informiert). Es hilft, klare Zuständigkeiten für Aufgaben festzulegen und sicherzustellen, dass alle Beteiligten ihre Rolle kennen. So werden Missverständnisse und Überschneidungen im Projektmanagement vermieden.

Was versteht man unter RACI-Matrix?

Die RACI-Matrix ist ein Werkzeug im Projektmanagement, das verwendet wird, um Rollen und Verantwortlichkeiten für spezifische Aufgaben oder Prozesse klar zu definieren. Sie stellt die Beteiligten in einer Tabelle dar, wobei für jede Aufgabe festgelegt wird, wer verantwortlich (Responsible), rechenschaftspflichtig (Accountable), konsultiert (Consulted) und informiert (Informed) ist. Diese Matrix hilft, Transparenz zu schaffen und Kommunikationswege im Projekt zu klären.

Gibt es RACI Tools?

Die Projektmanagement-Software Allegra hat eine eingebaute RACI-Funktionalität. Wie Sie die RACI-Matrix in Ihre Projektplanung integrieren und beim Kick-off-Meeting vorstellen, erfahren Sie in unseren weiterführenden Artikeln.

Wofür steht RACI?

RACI ist ein Akronym aus den vier englischen Begriffen Responsible (verantwortlich/Bearbeiter), Accountable (rechenschaftspflichtig/Manager), Consulted (konsultiert/Beratende) und Informed (informiert/zu Informierende).

Was ist der Unterschied zwischen Responsible und Accountable?

Der Responsible (R) erledigt die eigentliche Arbeit, der Accountable (A) trägt die Gesamtverantwortung und gibt das Ergebnis frei. Pro Aufgabe sollte es genau einen R und genau einen A geben – beide Rollen können, müssen aber nicht von derselben Person ausgefüllt werden.

Was ist der Unterschied zwischen RACI und RASCI?

RASCI erweitert die RACI-Matrix um die Rolle „Support” (S): Personen, die den Responsible bei der Durchführung einer Aufgabe aktiv unterstützen. Ansonsten sind die Rollen identisch.

Was ist der Unterschied zwischen RACI und DACI?

RACI verteilt Aufgaben, DACI verteilt Entscheidungen. In DACI treibt der „Driver” eine Entscheidung voran, der „Approver” trifft sie, „Contributors” liefern Input und „Informed” werden über das Ergebnis unterrichtet. Für Projekte mit klar abgrenzbaren Arbeitspaketen ist RACI die passendere Wahl, für einzelne weitreichende Entscheidungen DACI.

Wann lohnt sich eine RACI-Matrix?

Ab etwa fünf Beteiligten, bei Zusammenarbeit über Abteilungs- oder Unternehmensgrenzen hinweg und bei Projekten mit mehreren Freigabeinstanzen. Bei kleinen Teams im selben Raum oder kurzen Vorhaben mit wenigen Aufgaben übersteigt der Pflegeaufwand meist den Nutzen.

Wie erstelle ich eine RACI-Matrix in Excel?

Tragen Sie die Vorgänge in die Zeilen und die Beteiligten in die Spalten ein und vergeben Sie in jedem Schnittfeld R, A, C oder I. Achten Sie auf genau ein R und ein A pro Zeile. Noch einfacher gelingt das in einem Projektmanagement-Tool, das die Rollen direkt mit Aufgaben, Berechtigungen und Benachrichtigungen verknüpft.

Wie viele Verantwortliche sollte eine Aufgabe haben?

Genau einen. Pro Zeile sollte nur ein R (Responsible) und ein A (Accountable) stehen. Sind mehrere Personen verantwortlich, teilen Sie die Aufgabe besser in Teilaufgaben auf.

Funktioniert die RACI-Matrix auch in agilen Projekten?

Ja, mit Anpassungen. In Scrum bezieht sich RACI sinnvollerweise nur auf Aktivitäten im Sprint Backlog; der Product Owner ist meist Accountable für das Backlog, während das Entwicklungsteam Responsible für die Umsetzung ist.

Jörg Friedrich
Jörg Friedrich

Senior Advisor

Jörg Friedrich ist der ursprüngliche Autor der Projektmanagement-Software Allegra und begleitet die Entwicklung bis heute. Er hat viele Jahre Industrieerfahrung als Projekt- und Abteilungsleiter. Er ist darüber hinaus als Professor in der Fakultät Informatik und Informationstechnik an der Hochschule Esslingen tätig.

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