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Open Source Projektmanagement Tools
Jörg Friedrich | (Aktualisiert: )

Open Source Projektmanagement Tools

Zusammenfassung

Echte Open Source Projektmanagement Tools für Teams sind selten. Was sich so nennt, ist meist ein kommerzielles Produkt in einer beschnittenen Gratisvariante. Für diesen Beitrag haben wir zehn Werkzeuge ausgewählt, die entweder vollständig kostenlos sind oder deren Open-Source-Version genug leistet, um die verbreiteten Anwendungsfälle abzudecken. Jedes davon haben wir bewertet: mit Stärken, Schwächen und einer interaktiven Scorecard.

Open Source Projektmanagement Software?

Open Source Projektmanagement Tools versprechen drei Dinge, die proprietäre Software so nicht bietet: keine Lizenzkosten, offenen Quellcode und freie Anpassbarkeit. Jedes dieser Argumente hat allerdings eine Kehrseite, und wer ein Projektmanagement-Werkzeug auswählt, sollte beide Seiten kennen:

  • Kosten: Es fallen keine Lizenzgebühren an, für viele das entscheidende Argument. Der Aufwand verschwindet dadurch nicht, er wandert nur in die eigene IT, wo er seltener auf einer Rechnung sichtbar wird.
  • Transparenz: Der Quellcode ist einsehbar. Sicherheitslücken lassen sich vom eigenen Team oder von der Community finden, statt auf die Auskunft eines Herstellers zu warten.
  • Anpassbarkeit: Eigene Entwickler oder externe Dienstleister können das Tool an Ihre Prozesse anpassen, ohne auf ein Release des Herstellers zu warten. Die Kehrseite: Mit jeder Anpassung entfernt sich Ihre Installation von der Basissoftware. Am Ende steht eine faktisch proprietäre Lösung, die Sie selbst warten müssen.

Open Source ist kein Selbstläufer. Installation und Betrieb setzen technisches Know-how voraus, der Support beschränkt sich häufig auf Community-Foren, und die Oberflächen erreichen selten das Niveau kommerzieller Produkte.

Wer verbindlichen Support und eine ausgereifte Oberfläche braucht, findet die Alternativen in unserem Projektmanagement-Tools-Vergleich.

Übersicht: Open Source Projektmanagement Tools

Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. An diese Weisheit halten wir uns hier ausdrücklich nicht. Die folgende Tabelle zeigt auf einen Blick, welche Werkzeuge Ihre Grundanforderungen erfüllen; über die Filter schränken Sie die Liste auf Ihre eigenen Kriterien ein.

Markieren Sie Ihre Anforderungen:
Tool Lizenz Cloud Self-hosted Agil Klassisch DSGVO Ideal für
OpenProjectGPL v3Behörden, Unternehmen
RedmineGPL v2Entwickler, IT-Teams
TuleapGPL v2Enterprise, ALM
ProjeQtOrAGPL v3TeilweiseKlassisches PM, PMO
TaigaMPL 2.0TeilweiseAgile Teams, Startups
PlaneAGPL v3TeilweiseEntwickler, Jira-Umsteiger
LeantimeAGPL v3TeilweiseTeilweiseStrategie-Teams
WeKanMITKleine Teams
KanboardMITMinimalisten
VikunjaAGPL v3TeilweiseTeilweiseAufgabenverwaltung

Alle aufgeführten Werkzeuge lassen sich selbst hosten, einer der wesentlichen Vorteile von Open Source. Beim Self-Hosting ist die DSGVO-Konformität grundsätzlich gegeben, weil die Daten unter Ihrer Kontrolle bleiben. Die Spalte „DSGVO” bewertet deshalb das Gesamtangebot einschließlich der jeweiligen Cloud-Dienste.

Bewertungskriterien

Wir bewerten nach denselben Kriterien wie im Projektmanagement-Tools-Vergleich. Jedes Tool bekommt eine interaktive Scorecard. Die Gewichtung ändern Sie in der ersten Scorecard, alle weiteren übernehmen die Werte automatisch.

KategorieBeschreibung
FunktionsumfangAufgabenverwaltung, Gantt, Kanban, Zeiterfassung, Ressourcenplanung etc.
BenutzerfreundlichkeitIntuitive Bedienung, Lernkurve, UI/UX
KollaborationsfunktionenKommunikation, Kommentare, @Mentions, gemeinsame Dashboards
IntegrationenAnbindung an Tools wie Slack, Microsoft Teams, Git, Gitlab, Google Drive etc.
AnpassbarkeitCustom Workflows, Felder, Dashboards, Benutzerrollen
Reporting & AnalyseBerichtsfunktionen, Dashboards, KPIs, Exportmöglichkeiten
Support & HilfeVerfügbarkeit, Qualität des Supports, Hilfeartikel, Community
Preis-Leistungs-VerhältnisKostenstruktur, Fairness in Relation zum Funktionsumfang
Sicherheit & DatenschutzDSGVO-Konformität, Hosting, Verschlüsselung, Zugriffskontrolle, SSO, 2FA
Skalierbarkeit & PerformanceLeistungsfähigkeit bei großen Teams/Projekten, Ladezeiten, Zuverlässigkeit

Die Open Source Projektmanagement Tools im Detail

OpenProject – Der Platzhirsch

OpenProject ist das bekannteste Open Source Projektmanagement Tool im deutschsprachigen Raum. Schon die Community Edition (GPL v3) deckt viel ab: Arbeitspakete, Gantt-Diagramme, agile Boards, Zeiterfassung und ein integriertes Wiki. Klassische und agile Projektmanagement-Methoden stehen gleichberechtigt nebeneinander, was hybride Vorgehensweisen möglich macht. Hinter der Software steht ein Berliner Unternehmen; betreiben lässt sie sich DSGVO-konform auf eigenen Servern oder in der EU-Cloud.

Das Projekt ist aus Redmine hervorgegangen und hat dessen Grundstruktur um eine moderne Oberfläche und deutlich mehr Funktionen erweitert. Seine Stärke liegt bei strukturierten Projekten mit klaren Rollen, abgestuften Berechtigungen und nachvollziehbaren Abläufen. Für Behörden und Unternehmen mit Anforderungen an Projektdokumentation und Compliance wiegt das schwer.

Vieles bleibt allerdings den kostenpflichtigen Enterprise-Editionen vorbehalten, darunter Multiprojektmanagement, erweiterte Dashboards und die Unternehmensfunktionen. Die Oberfläche ist funktional, aber wenig intuitiv: Neue Anwender brauchen Einarbeitungszeit, und schon die Erstinstallation verlangt technisches Know-how.

KategorieGewichtung (%)Score (1–10)Gewichteter Score
Funktionsumfang-
Benutzerfreundlichkeit-
Kollaboration-
Integrationen-
Anpassbarkeit-
Reporting & Analyse-
Support & Hilfe-
Preis-Leistung-
Sicherheit & Datenschutz-
Skalierbarkeit-
Gesamtwertung-

OpenProject ist die erste Wahl, wenn Struktur und Datenschutz im Vordergrund stehen. Teams, denen eine moderne Oberfläche oder tiefe Integrationen wichtiger sind, werden es als sperrig empfinden.

Redmine – Der Veteran

Redmine läuft seit 2006 und gehört damit zu den ältesten Werkzeugen im Feld. Die Ruby-on-Rails-Anwendung bringt Aufgabenverwaltung, Gantt-Diagramme, Zeiterfassung, ein Wiki und ein fein abstufbares Rollen- und Rechtesystem mit. Dazu kommt ein großes Plugin-Ökosystem: Hunderte Erweiterungen decken nahezu jeden Bedarf ab, von agilen Boards über CRM-Module bis zu erweiterten Reports.

Genau diese Flexibilität ist zugleich die Schwäche. Die Oberfläche stammt sichtbar aus einer anderen Zeit: Drag-and-Drop, moderne Dashboards oder zeitgemäße Bedienkonzepte fehlen, und wer Redmine einrichtet, braucht Geduld für die Konfiguration.

Hinzu kommt, dass die Entwicklung des Kernprojekts spürbar langsamer geworden ist. Neue Funktionen entstehen vor allem in Plugins von Drittanbietern.

KategorieGewichtung (%)Score (1–10)Gewichteter Score
Funktionsumfang-
Benutzerfreundlichkeit-
Kollaboration-
Integrationen-
Anpassbarkeit-
Reporting & Analyse-
Support & Hilfe-
Preis-Leistung-
Sicherheit & Datenschutz-
Skalierbarkeit-
Gesamtwertung-

Redmine ist eine bewährte Lösung für IT-Teams, die maximale Anpassbarkeit brauchen und bereit sind, Zeit in die Konfiguration zu stecken. Wer eine moderne Oberfläche oder einen agilen Schwerpunkt sucht, fährt mit OpenProject oder Taiga besser.

Tuleap – Enterprise-ALM aus Europa

Tuleap ist mehr als ein Projektmanagement-Tool, es ist eine vollständige Plattform für Application Lifecycle Management. Das französische Unternehmen Enalean unterstützt darin Scrum, Kanban und klassische Vorgehensmodelle bis hin zum Wasserfallmodell. Dazu kommen Dokumenten- und Testmanagement, Git- und SVN-Anbindung sowie ein ausgebautes Tracker-System. Wer Softwareentwicklung und Projektplanung in einem Werkzeug zusammenführen will, sollte sich Tuleap ansehen.

Die Community Edition (GPL v2) deckt den Funktionskern ab, die Enterprise Edition ergänzt weitere Features und professionellen Support von Enalean. Als europäisches Produkt mit Self-Hosting-Option passt Tuleap gut in DSGVO-kritische Umgebungen.

Der Preis dafür ist Komplexität: Die Oberfläche ist dicht, die Lernkurve steil. Tuleap richtet sich an technisch versierte Teams, die ALM-Prozesse abbilden wollen, nicht an kleine Teams mit Bedarf an einem Aufgabenboard.

KategorieGewichtung (%)Score (1–10)Gewichteter Score
Funktionsumfang-
Benutzerfreundlichkeit-
Kollaboration-
Integrationen-
Anpassbarkeit-
Reporting & Analyse-
Support & Hilfe-
Preis-Leistung-
Sicherheit & Datenschutz-
Skalierbarkeit-
Gesamtwertung-

Tuleap eignet sich hervorragend für Entwicklungsteams und Organisationen, die eine durchgängige ALM-Plattform brauchen. Für reines Projektmanagement ohne Softwarebezug ist es überdimensioniert.

ProjeQtOr – Der Methodiker

ProjeQtOr gehört zu den funktionsreichsten Open Source Projektmanagement Tools und bildet nahezu alles ab, was klassisches Projektmanagement verlangt: Gantt-Diagramme, Ressourcenplanung, Budgetverwaltung, Risiko- und Qualitätsmanagement sowie Anforderungsverwaltung. Die PHP/MySQL-Anwendung läuft auf nahezu jedem Webserver und begleitet den gesamten Projektlebenszyklus, von der Planung über das Projektcontrolling bis zum Abschluss.

Bemerkenswert ist die Tiefe der Funktionalität: Projektstrukturpläne, Meilensteine, Abhängigkeiten, Aufwandsschätzung und umfangreiche Reports sind vorhanden. Für ein strukturiertes PMO, das nach PMBOK oder PRINCE2 arbeitet, ist das ein starkes Angebot, und es kostet unter der AGPL v3 nichts.

Die Kehrseite ist die Oberfläche. Sie ist dicht bepackt und alles andere als modern; die Menge an Menüpunkten, Formularen und Optionen überfordert neue Anwender zuverlässig. Agile Methoden werden nur am Rand unterstützt, und die Community ist kleiner als bei OpenProject oder Redmine.

KategorieGewichtung (%)Score (1–10)Gewichteter Score
Funktionsumfang-
Benutzerfreundlichkeit-
Kollaboration-
Integrationen-
Anpassbarkeit-
Reporting & Analyse-
Support & Hilfe-
Preis-Leistung-
Sicherheit & Datenschutz-
Skalierbarkeit-
Gesamtwertung-

ProjeQtOr passt zu Organisationen, die klassisches Projektmanagement in voller Tiefe brauchen und dafür keine Lizenz zahlen wollen. Agile Teams mit Anspruch an die Bedienung sind anderswo besser aufgehoben.

Taiga – Agil und elegant

Taiga fällt im Open-Source-Feld durch seine moderne, aufgeräumte Oberfläche auf. Die Software konzentriert sich konsequent auf agiles Arbeiten: Scrum mit Backlog, Sprints und Burndown-Charts, Kanban mit frei konfigurierbaren Boards. Dazu kommen ein Wiki, ein Issue-Tracker und eine übersichtliche Darstellung von Epics und User Stories. Entwickelt wurde Taiga ursprünglich vom spanischen Unternehmen Kaleidos, veröffentlicht wird es unter der MPL 2.0.

Für agile Teams, die ein leichtgewichtiges und ansprechend gestaltetes Werkzeug suchen, ist Taiga eine der besten Open-Source-Optionen. Die Einarbeitung gelingt schneller als bei den meisten Konkurrenten in dieser Liste.

Beim klassischen Projektmanagement endet der Anspruch: Gantt-Diagramme, Ressourcenplanung und strukturierte Projektpläne sind nicht vorgesehen. Auch das Integrationsangebot bleibt überschaubar, Slack und GitLab funktionieren, viel mehr gibt es nicht.

KategorieGewichtung (%)Score (1–10)Gewichteter Score
Funktionsumfang-
Benutzerfreundlichkeit-
Kollaboration-
Integrationen-
Anpassbarkeit-
Reporting & Analyse-
Support & Hilfe-
Preis-Leistung-
Sicherheit & Datenschutz-
Skalierbarkeit-
Gesamtwertung-

Taiga ist die erste Wahl für agile Teams, die eine elegante Open-Source-Alternative zu Jira oder Trello suchen. Für klassische Methoden oder komplexe Organisationsstrukturen ist es nicht gebaut.

Plane – Der moderne Herausforderer

Plane tritt seit 2022 als moderne Open-Source-Alternative zu Jira an und wird aktiv weiterentwickelt. Die Oberfläche ist zeitgemäß und übersichtlich, gearbeitet wird mit Issues, Cycles (den Sprints vergleichbar), Modules und integrierten Pages für Dokumentation. Unter der Haube arbeiten ein Python-Backend und ein React-Frontend; verfügbar ist Plane als Cloud-Version und zum Self-Hosting unter der AGPL v3.

Tempo und wachsender Funktionsumfang machen Plane zu einem der interessantesten Projekte im Open-Source-Umfeld. Integrationen für GitHub, GitLab und Slack sind vorhanden, eigene Erweiterungen lassen sich über die API bauen.

Das Projekt ist aber noch jung. Einige Funktionen sind unfertig, die Dokumentation hat Lücken, und die Community ist kleiner als bei etablierten Alternativen. Klassisches Projektmanagement mit Gantt-Diagrammen oder Ressourcenplanung fehlt vollständig.

KategorieGewichtung (%)Score (1–10)Gewichteter Score
Funktionsumfang-
Benutzerfreundlichkeit-
Kollaboration-
Integrationen-
Anpassbarkeit-
Reporting & Analyse-
Support & Hilfe-
Preis-Leistung-
Sicherheit & Datenschutz-
Skalierbarkeit-
Gesamtwertung-

Plane ist vielversprechend für Entwicklerteams, die eine frische Alternative zu Jira suchen. Für produktionskritische Umgebungen sollten Sie die Reife des Projekts vorher genau prüfen.

Leantime – Strategie trifft Aufgabe

Leantime geht einen anderen Weg als die übrigen Werkzeuge in dieser Liste: Es verbindet strategische Planung mit operativer Aufgabenverwaltung. OKRs, Projektportfolios und Meilensteine stehen gleichberechtigt neben Kanban-Boards und Aufgabenlisten. Die Oberfläche ist bewusst freundlich gehalten und richtet sich an Teams außerhalb der Softwareentwicklung, etwa in Marketing, Operations oder Strategie.

Die PHP-Anwendung (AGPL v3) lässt sich unkompliziert selbst hosten, eine Cloud-Version gibt es ebenfalls. Ihre Stärke ist die Zugänglichkeit: Projektleiter können ohne technische Vorkenntnisse anfangen.

Für anspruchsvolles Projektcontrolling fehlt es dagegen an Tiefe, die Integrationslandschaft ist begrenzt, und die Community fällt gegenüber den etablierten Projekten deutlich ab.

KategorieGewichtung (%)Score (1–10)Gewichteter Score
Funktionsumfang-
Benutzerfreundlichkeit-
Kollaboration-
Integrationen-
Anpassbarkeit-
Reporting & Analyse-
Support & Hilfe-
Preis-Leistung-
Sicherheit & Datenschutz-
Skalierbarkeit-
Gesamtwertung-

Leantime eignet sich für Teams, die strategische Ziele mit der täglichen Arbeit verknüpfen wollen, ohne sich in technische Konfiguration einzuarbeiten. Für methodisch anspruchsvolle Projekte reicht die Funktionstiefe nicht.

WeKan – Die Trello-Alternative

WeKan ist ein selbst gehostetes Kanban-Board, das sich optisch wie funktional eng an Trello anlehnt. Boards, Listen, Karten, Checklisten, Labels und Swimlanes sind vorhanden, also alles, was ein Kanban-Board ausmacht. Die MIT-Lizenz erlaubt jede Form der Nutzung, und die Installation per Docker oder Snap ist in wenigen Minuten erledigt.

Für Teams, die ein einfaches visuelles Board wollen und dabei die Kontrolle über ihre Daten behalten, ist WeKan eine gute Wahl. Sobald mehr verlangt wird, endet der Funktionsumfang: Projektplanung mit Gantt-Diagrammen, Zeiterfassung, Reporting und Ressourcenmanagement fehlen, Integrationen sind rar.

KategorieGewichtung (%)Score (1–10)Gewichteter Score
Funktionsumfang-
Benutzerfreundlichkeit-
Kollaboration-
Integrationen-
Anpassbarkeit-
Reporting & Analyse-
Support & Hilfe-
Preis-Leistung-
Sicherheit & Datenschutz-
Skalierbarkeit-
Gesamtwertung-

WeKan ist richtig, wenn ein selbst gehostetes Kanban-Board ohne Beiwerk gebraucht wird. Für strukturiertes Projektmanagement bieten OpenProject oder ProjeQtOr ungleich mehr.

Kanboard – Radikal minimalistisch

Kanboard nimmt den Grundsatz „weniger ist mehr” wörtlich. Die Software beschränkt sich auf Kanban: Boards, Aufgaben, Swimlanes und WIP-Limits, dazu eine einfache Zeiterfassung und ein Plugin-System. Die PHP-Anwendung steht unter MIT-Lizenz, begnügt sich mit minimalen Serverressourcen und ist in Minuten installiert.

Diese Beschränkung ist die eigentliche Stärke: kein Funktionsballast, keine aufwendige Konfiguration. Teams, die sicher wissen, dass sie nur ein Kanban-Board brauchen, bekommen genau das. Alles darüber hinaus, ob Gantt-Diagramme, Berichte, Rollenkonzepte oder breitere Zusammenarbeit, ist nicht vorgesehen.

KategorieGewichtung (%)Score (1–10)Gewichteter Score
Funktionsumfang-
Benutzerfreundlichkeit-
Kollaboration-
Integrationen-
Anpassbarkeit-
Reporting & Analyse-
Support & Hilfe-
Preis-Leistung-
Sicherheit & Datenschutz-
Skalierbarkeit-
Gesamtwertung-

Kanboard passt zu Minimalisten, die ein schlankes Board unter eigener Kontrolle wollen. Für echtes Projektmanagement ist es zu reduziert.

Vikunja – Leichtgewichtige Aufgabenverwaltung

Vikunja ist eine selbst gehostete Alternative zu Todoist oder Wunderlist. Die in Go geschriebene Software (AGPL v3) bietet Aufgabenlisten, Kanban-Boards, eine Kalenderansicht und grundlegende Teamfunktionen. Das schlanke Backend braucht wenig Ressourcen und ist per Docker schnell aufgesetzt; daneben gibt es eine kleine Cloud-Option. Vikunja stammt von einem deutschen Entwickler, was mit Blick auf die DSGVO ein Argument sein kann.

Für die persönliche Aufgabenverwaltung oder kleine Teams mit einfachen Anforderungen reicht das aus: Labels, Prioritäten, Fälligkeiten und CalDAV-Synchronisation decken die Grundlagen ab. Professionelles Projektmanagement ist etwas anderes; Gantt-Diagramme, Ressourcenplanung, ein Rollen- und Rechtesystem sowie belastbares Reporting fehlen.

KategorieGewichtung (%)Score (1–10)Gewichteter Score
Funktionsumfang-
Benutzerfreundlichkeit-
Kollaboration-
Integrationen-
Anpassbarkeit-
Reporting & Analyse-
Support & Hilfe-
Preis-Leistung-
Sicherheit & Datenschutz-
Skalierbarkeit-
Gesamtwertung-

Vikunja ist eine solide Wahl für die Aufgabenverwaltung im Eigenbetrieb. Für professionelles Projektmanagement braucht es ein stärkeres Werkzeug.

Fazit: Welches Open Source Tool passt zu Ihnen?

Welches Werkzeug das richtige ist, entscheidet der Einsatzzweck:

  • Umfassendes Projektmanagement mit Struktur und DSGVO: OpenProject ist die ausgereifteste Lösung mit dem breitesten Funktionsumfang.
  • Klassisches PM mit maximaler Funktionstiefe: ProjeQtOr bietet kostenlos fast alles, was ein PMO braucht.
  • Enterprise-ALM für Entwicklungsteams: Tuleap vereint Projektmanagement und Softwareentwicklung in einer Plattform.
  • Agiles Arbeiten mit modernem Interface: Taiga überzeugt durch Eleganz und den klaren Fokus auf Scrum und Kanban.
  • Moderner Jira-Ersatz: Plane wächst derzeit schneller als jedes andere Projekt in diesem Feld.
  • Einfaches Kanban-Board: WeKan oder Kanboard liefern genau das, nicht mehr und nicht weniger.

Eines sollten Sie bei Open Source nicht vergessen: „kostenlos” heißt nicht „aufwandsfrei”. Hosting, Wartung, Updates und Einarbeitung binden Ressourcen, und zwar Ihre eigenen.

Wer verbindlichen Support, eine moderne Oberfläche und vollen Funktionsumfang ohne eigenen Betriebsaufwand sucht, sollte auch kommerzielle Lösungen wie Allegra prüfen. Allegra vereint klassisches, agiles und hybrides Projektmanagement in einer Plattform, DSGVO-konform, in Deutschland gehostet und wahlweise als Cloud oder im Eigenbetrieb. Den vollständigen Marktüberblick finden Sie in unserem Projektmanagement-Tools-Vergleich.

Vertiefende Lektüre: Projektmanagement, Projektmanagement-Methoden, Wasserfallmodell, PRINCE2, PMBOK, Projektplanung, Projektplan erstellen, Projektstrukturplan, Gantt-Diagramm, Projektcontrolling, Meilensteintrendanalyse, Earned-Value-Analyse, Kapazitätsplanung, Aufwandsschätzung, Matrixorganisation, Projektdokumentation.

Häufig gestellte Fragen

Ist Open Source Projektmanagement Software wirklich kostenlos?

Die Software selbst ist lizenzfrei. Kosten entstehen durch Hosting, Administration, Einrichtung und gegebenenfalls Schulung. Für gehostete Varianten wie bei OpenProject oder Tuleap zahlen Sie die üblichen Gebühren des Managed Service.

Welches Open Source PM-Tool eignet sich am besten für Scrum?

Taiga und Plane sind auf agiles Arbeiten ausgelegt und bringen Backlogs, Sprints und Burndown-Charts mit. OpenProject und Tuleap beherrschen Scrum ebenfalls, allerdings als einen Teil eines wesentlich breiteren Funktionsumfangs.

Kann ich Open Source PM-Tools in der Cloud nutzen?

Ja. OpenProject, Taiga, Plane, Leantime und Tuleap gibt es auch als gehosteten Dienst. Bei Werkzeugen, die ausschließlich selbst betrieben werden, etwa Redmine, Kanboard oder WeKan, stellen Sie die Infrastruktur selbst bereit.

Welche Open Source Tools bieten Gantt-Diagramme?

Native Gantt-Diagramme bieten OpenProject, ProjeQtOr und Tuleap. Redmine bringt eine Grundversion mit, für den vollen Funktionsumfang ist dort teilweise ein Plugin nötig.

Ist Open Source Software sicherer als proprietäre Lösungen?

Offener Quellcode ermöglicht unabhängige Audits und schnellere Korrekturen durch die Community. Wie sicher eine Installation tatsächlich ist, hängt aber davon ab, wie gepflegt das Projekt ist, wie aktuell Ihre Instanz und wie sorgfältig Ihr Betrieb.

Welches Tool eignet sich für kleine Teams ohne IT-Abteilung?

Leantime und Vikunja sind am einfachsten zu installieren und zu bedienen. Ohne technisches Know-how im Team kann auch eine gehostete Version von OpenProject oder Taiga der bequemere Weg sein.

Welche Open Source PM-Tools unterstützen klassisches Projektmanagement?

OpenProject, ProjeQtOr, Tuleap und Redmine decken klassisches Projektmanagement ab, inklusive Gantt-Diagrammen, Meilensteinen, Ressourcenplanung und strukturierten Projektplänen.

Lässt sich ein Open Source PM-Tool mit Jira oder Slack integrieren?

Plane und Taiga bieten direkte Integrationen für GitHub, GitLab und Slack, OpenProject unterstützt Nextcloud und verschiedene CI/CD-Werkzeuge. Insgesamt bleibt die Integrationstiefe hinter kommerziellen SaaS-Lösungen zurück.

Gibt es Open Source Projektmanagement Tools mit deutschem Support?

OpenProject bietet als Berliner Unternehmen deutschsprachigen Enterprise-Support. Bei den übrigen Werkzeugen beschränkt sich die Hilfe auf englischsprachige Community-Foren.

Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen OpenProject und Redmine?

OpenProject ist aus Redmine hervorgegangen und hat seither die modernere Oberfläche, die bessere agile Unterstützung und ein kommerzielles Support-Modell. Redmine punktet mit dem größeren Plugin-Ökosystem und maximaler Anpassbarkeit, zahlt dafür aber mit einer veralteten Benutzeroberfläche.

Jörg Friedrich
Jörg Friedrich

Senior Advisor

Jörg Friedrich ist der ursprüngliche Autor der Projektmanagement-Software Allegra und begleitet die Entwicklung bis heute. Er hat viele Jahre Industrieerfahrung als Projekt- und Abteilungsleiter. Er ist darüber hinaus als Professor in der Fakultät Informatik und Informationstechnik an der Hochschule Esslingen tätig.

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